GESCHICHTEN
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Tsavo Safari
"Eine Safari ist ein Muss, wenn man im Urlaub in Kenia ist."
erzählte ich meiner Schwester und ihrem Mann als sie sich entschlossen hatten das mysteriöse Land in Ostafrika zu besuchen.
Überzeugt von Geschichten meiner vorherigen Safaris buchten wir und liessen den verlässlichsten aller Tour-Veranstalter, Victor, alles für uns zu arrangieren und vorzubereiten. Zwei Tage sollten ausreichen und einige der "Big Five" im riesigen Tsavo National Park zu entdecken. Als Bonus bei dieser Tour inklusive bekamen wir einige Tage vor dem eigentlichen Safari-Start sogar noch eine gratis Halbtagestour durch Mombasa. Danke Victor!
Am frühen Morgen unserer Safari zum Tsavo warteten wir am Hoteltor auf unseren Fahrer. Nach der obligatorischen afrikanischen halbstündigen Verspätung tauchte er auf und sammelte uns an der Strasse ein. Unsere Gruppe von fünf Leuten und einem Fahrer hatte den ganzen Safari Bus für sich allein, wir konnten es uns richtig gemütlich machen.
Von der Küste erreihten wir über Voi nach einigen Stunden direkt das Tor zum Tsavo Park. Der Tsavo ist ein Wunder der Natur. Die Erde ist rot und alle möglichen Tierarten warteten darauf von uns fotografiert zu weren. Nach einer ersten kurzen Runde, bei der uns die ersten Antilopen, Schweine und Vögel begrüssten checkten wir in der Red Elephant Lodge für unsere Übernachtung ein und bekamen ein köstliches Mittagessen serviert, und dieses Mittagessen war wirklich vorzüglich und eine willkommene Abwechslung zum Standard-Touristen-Einerlei in den Strandhotels. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns ein bisschen ausgeruht hatten erkundeten mein Schwager und ich die nähere Umgebung.
"Okay, schießen wir ein paar Fotos. Dort der Eingang der Lodge - klick - und da diese schönen Blumen - klick - und den Hotelwächter da drüben. Gehen wir mal da rüber."
Wir gingen zur offenen Feuerstelle des Hotels und da war er, ein riesiger Pavian starrte uns an. Noch nie hatten wir solch ein Tier auf so kurzer Distanz von Angesicht zu Angesicht gesehen, wir rannten wie von der Tarantel gestochen davon, als das Tier ein wenig auf uns zukam.
"Mein Güte, was für dumme Feiglinge sind wir doch, das ist doch nur ein Affe - zugegebenermaßen ein großer Affe, gehen wir nochmal hin und schießen ein paar Fotos." Wir gingen an den Platz zurück aber hatten Pech der Pavian war verschwunden. Zurück bei unseren Zimmern entschied sich meine Schwester eine eigene Entdeckungstour der nahen Umgebung zu unternehmen. Nur wenige Meter von der Terasse ihres Zimmers entfernt bewunderte sie die für Europäer so fremden Dinge: Pflanzen, Spinnen usw. Plötzlich stiess sie einen Schrei aus: "Iiiiihh, eine Schlange eine Schlange eine Schlange."
Sie rannte zu ihrem Ehemann und versteckte sich hinter seinem Rücken und wurde reich durch unser Gelächter belohnt, von nun an ließ sie bei jedem Schritt höchste Vorsicht walten, das sollte ihr nicht noch einmal passieren.
Nach weiteren Fahrten durch den Safari Park und Sichtung verschiedenster Tiere und nach einem nächtlichen Open Air Abendessen mit traditioneller Unterhaltung gingen wir bald zu Bett um für die Frühpirsch bereit zu sein.
Am Morgen ist es in Kenia sehr kalt. Im Bus waren wir froh Jacken dabei zu haben, die uns warm hielten. Der Safari Fahrer fuhr seine normale Route und verschaffte uns Eindrücke über Elefanten und Giraffen. Ein Elefant kam so nah an uns heran, dass es uns wirklich Respekt einflösste, zum Glück war dieses Exemplar heute mit dem richtigen Fuss aufgestanden und widmete sich nach kurzer Beschnupperung wieder seinem täglichen Geschäft. Wir fuhren einen kleinen Hügel hinauf als der Fahrer eine riesige Büffelherde entdeckte. Hunderte Büffel machten sich genüßlich über leckere Pflanzen her und kam ganz langsam, Schritt für Schritt näher auf uns zu. Was für ein Eindruck, mitten in der Wildnis, die Sonne gerade aufgegangen, kein anderer Mensch weit und breit und diese groß Zahl von Büffeln. Später, als wir genug gesehen hatten, informierte der Fahrer seinen Kollegen über Funk, damit auch deren Gäste an diesem Schauspiel teilhaben konnten. Nach vielen weiteren Tieren waren wir schon fast wieder zurück in der Lodge um zu frühstücken als der Fahrer plötzlich eine Funknachricht erhielt: "Mzee, mzee simba hapa! Wanasaka nyati!"
Unser Fahrer riß den Bus herum und beschleunigte so stark, dass es uns schon fast Angst und Bange wurde. Aber dann verstanden wir, der Kollege erzählte ihm, dass er Löwen gesichtet hatte, die köngliche Familie der Tierwelt, und diese jagdten! Wir kamen wieder an die Stelle, wo wir die Büffel beobachtet hatten, die Büffel waren fort nur einer war noch da, das Opfer dreier Löwen. Das Tier ächzte unter den Schmerzen, bis die Löwen sein Leid mit einem Biß in die Kehle endlich beendeten. Es war so aufregend, dass Beobachter der anderen Safari Busse teilweise ihre Emotionen nicht mehr unter Kontrolle halten konnten. Eine Frau weinte, überwältigt mit der Brutalität der Natur so nah konfrontiert zu sein. Dieses Publikum lernte bestimmte, dass National Parks keine Zoos sind und wilde Tiere keine Plüschspielzeuge. Wir ließen die Löwen ihr Frühstück essen und kümmerten uns um unseres. Wir trafen die Büffelherde auf dem Rückweg zur Lodge noch einmal. Sie überquerte die Piste direkt vor unserem Bus. Der Fahrer fuhr sehr langsam weiter und tatsächlich, die großen Tiere hatten Respekt vor dieser knatternden Maschinen, sie warteten rechts und link, mit einem Herdenmitglied weniger, und ließen uns vorbei.
Nach vielen weiteren Bekanntschaften mit den Bewohnern des Tsavo Park und einem Essen in Voi waren wir am frühen Abend wieder zurück in unseren Strandhotels. Der Fahrer bekam eine grossen Trinkgeld für die Shows, die er uns geboten hatte und Victor wurde sehr gelobt für sein Arrangement.
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